Sounds der Woche (2)

Das KRÖNCH-Geräusch meines Fahrrads, als ich es nach dem Winter wieder zu aktivieren versuchte. Die Kette ließ sich erst gar nicht mehr bewegen nach zu viel Zeit in Wind und Wetter, doch als ich mit Gewalt die Pedale niederdrückte, klang es, als ob ich einen vertrockneten Stock zwischen den Metallteilen zermalmte, ein kurzes Knarren, wie ein Segelschiff im Wind – und jetzt fährt es wieder, wobei das Kugellager etwas besorgniserregend, stetig und leicht wehmütig klackert.

 

Das sanfte Klingen der Pinsel am Wasserglas, während ich mit Kindern gemalt habe. „Was sollen wir heute malen?“, haben sie gefragt, und dass ich fand, sie könnten malen, was sie wollten, verunsicherte sie etwas. „Wir malen, was du malst!“, sagten sie. So entstanden mehrere Bilder von blauen Himmelshunden mit den Füßen in den Wolken unter einer orangefarbenen runden Sonne.

 

Das Geräusch, mit dem mein Keyboard in der U-Bahn umfiel, wie ein gefällter Baum, direkt vor einem Mann mit Krücke, für den ich eigentlich hatte Platz machen wollen, und dann stattdessen diese Schranke, dieses Hindernis. „So war das ja auch wieder nicht gemeint“, murmelte ich. Der Mann, ein krummer Alter, von dem ich jetzt eher eine Schimpfkanonade erwartet hatte, lächelte bloß, meinte „Ist ja nichts passiert!“ und setzte sich. Und ich betrachtete heimlich seine unglaublich krumme Nase, eine Nase, wie es sie doch nur gezeichnet in Kinderbüchern gibt.

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