Sounds der Woche (15)

Vier gewinnt. Der Klang der roten und gelben Plastikchips, wenn man sie einzeln in das blaue Spielraster fallen lässt – ein Schnarren und ein raues Klingen beim Nachfedern, und dann das Geräusch, das die Chips machen, wenn man während des Spiels ungeduldig die geriffelten Ränder übereinanderschaben lässt, und schließlich, wenn einem endlich eine Viererreihe gelungen oder das Raster voll ist und man den blauen Bügel vorzieht, und wenn sich daraufhin eine Kaskade aus rot und gelb über den Tisch ergießt. Das klingt, wie man sich die Gelddusche von Dagobert Duck vorstellt, nur irgendwie unecht, mit einem Hauch von Spielgeld und Plastik.

Bahnhof. Ein Abschied am Bahnhof, und wie immer ist die Zeit für ein Treffen zu kurz und ein paar Worte würden noch gesagt werden wollen, aber unaufhaltsam rücken die Uhrzeiger vor bis zur Abfahrtszeit; es ist klar, das, was gesagt werden müsste, passt nicht mehr in die verbliebenen Minuten – wie schön ist es da, dass jeder Satz ohnehin im Kreischen der einfahrenden Züge auf den anderen Gleisen untergeht – ein Kreischen, in dem all die ungesagten und im Hals gebliebenen Abschiedsworte stecken. Das tut immer in den Ohren weh, obwohl ja auch die richtigen Worte darin sind, die passenden, die aufrichtigen, die liebevollen und die sanften, die man so gerne hören würde. Vielleicht sind es aber auch grade die, von denen dieser kreischende Schmerz ausgeht.

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