Libuše Moníková: Verklärte Nacht

Während es sich bei dem Roman „Die Schädigung“ um Libuše Moníkovás ersten Roman handelt, ist „Verklärte Nacht“ aus dem Jahr 1996 ihr letzter fertiggestellter Roman.

Die Tänzerin und Choreografin Leonora Marty kommt nach der Samtenen Revolution wieder in ihre Geburtstadt Prag zurück, besucht Schauplätze ihrer Jugend, besucht alte Bekannte – und kann sich nicht so recht an die Stadt gewöhnen, aber auch nicht von ihr lösen. Alles ist durchdrungen von Geschichte, von persönlichen Erinnerungen – und was kommt jetzt? Die Souvenirshops, der touristische Ausverkauf, Prag als kapitalistisches Disneyland? Namenswechsel haben Tradition hier. Machtwechsel auch.

Am Ende der tastenden,vorsichtigen Beobachtungen steht die Begegnung mit dem Sudetendeutschen Asperger, mit dem sich nach anfänglichen Widerständen eine Liebesgeschichte anbahnt. Und auch dieser Roman endet, ohne das entschieden wäre, wohin es die Protagonisten verschlägt. Aber mit einer sehr gelungenen Liebesszene und dementsprechend mit einer Utopie, einem Hoffnungsschimmer:

„Gegen Morgen, angespannt wach: es genügt, sich anzusehen, und der Taumel, das Nacheinandertasten, Ineinandergreifen setzt von neuem ein. Wir wissen nicht, wem welcher Körperteil gehört, es gibt keine Teile. So schlafen wir ein.“

 

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