Sounds der Woche (71)

Musik. Ich liege im Bett, das Fenster ist offen und von draußen kommt die Musik vom Open Air Festival: Kuba. Die Hitze treibt mir die Schweißperlen auf die Stirn und macht mich ganz schwer, meine nackten Füße liegen reglos auf der Decke. Ich stelle mir die Musiker auf der Bühne unter dem Sonnensegel vor, wie sie lachen und sich zur Musik bewegen und ihre Instrumente herumwirbeln. Die Sonne, die durch die Lamellen der Jalousie fällt, taucht das Zimmer in ein orangefarbenes Licht. Noch immer schwer, müde, träge, kann ich mir nicht vorstellen aufzustehen. Die Musik dringt in meinen Kopf ein, Refrain und Strophe und Rhythmus, ich kann nichts anderes denken, im Bauch ist schon Kuba, im Brustkorb, denn das kann man ja nicht, die Ohren zu machen. Mein nackter Fuß auf der Decke zuckt im Takt, die Luft flirrt, ja, doch, gleich werd ich noch mal rausgehen.

 

Traufe. Unter der Treppe am Bahnhof ist ein Loch in der Betondecke, aus dem unentwegt Wasser heraussprudelt: das, was vom vorigen Sturzregen übrig ist. Der Strudel, der Sprudel, das Plitschern und Platschern und Gluckern des Wasserstrahls in eine große Pfütze hinein fängt sich unter dem Beton, hallt wider, verstärkt sich, wird heller, dunkler, tiefer – und verkürzt mir das nächtliche Warten auf die letzte S-Bahn.

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