Abschied von Tante Mila: Zum Tod von Ursula Wölfel

Gerade habe ich in der Zeitung gelesen, dass Ursula Wölfel gestorben ist, am 23. Juli schon, im Alter von 91 Jahren. Als große Freundin der „Suppengeschichten“ und der „Geschichten von Tante Mila“ wurde ich richtig traurig.

Mit einer Freundin habe ich grade erst über Bücher gesprochen, an deren Lektüre man sich aus Kinderzeiten noch sehr intensiv erinnert. Dass da ein großes Gefühl dran hängt und manchmal ein fast goldener Glanz – woraufhin man fürchtet, die Bücher mal wieder in die Hände zu kriegen, weil sie vom heutigen Standpunkt aus vielleicht ganz anders sind – dass man sich durchs Wiederlesen seine eigene Erinnerung kaputt machen könnte.

Ich habe einige der Bücher von Ursula Wölfel gelesen, als ich klein war – „Feuerschuh und Windsandale“ zum Beispiel, und „Joschis Garten“. Ich kann mich nicht mehr im Einzelnen daran erinnern, worum es ging, aber besonders bei „Joschis Garten“ ist das Gefühl sehr stark – ich erinnere mich an eine gewisse Verlorenheit von Joschi und dass der Garten Schutz bot gegen den Alltagsfrust – der Garten als utopischer Ort und Spielplatz und Zuflucht.

Bei den „Geschichten von Tante Mila“ ist der Glanz geblieben. Umso schwerer fällt der Abschied von der großen Erzählerin dieser kleinen Geschichten. Zum Glück sind da noch ihre Bücher, die darüber hinweg helfen. Die bleiben.

 

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