„Schmalzstulle.“ Eine internationale Begegnung

Auf dem Konzert steht plötzlich A. hinter mir, den ich bei den Ferienkursen in Darmstadt kennen gelernt habe. „Hey! Ms. K! Nice to see you again!“ Und auch ich freue mich, den Komponisten aus Israel wiederzusehen. Und das hier, auf irgendeinem dieser Konzerte beim Ultraschall-Festival, mitten in Berlin.

Vor zwei Jahren etwa hatte ich ihn in der Stadt herumgeführt, an allem vorbei, was jemand so sehen muss, wenn er einen halben Tag in Berlin ist im Sommer. Erst lagen wir am Spreeufer herum, Weiterlesen

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Paradox auf der Rolltreppe

Auf der Rolltreppe das Mädchen mit den spitzen, dünnen Absätzen und der engen Hose, das blondierte Haar in Puppenperückenform. Mit ihrem bleich und konturlos gepuderten Gesicht sieht sie zu ihrem Freund auf, die geschminkten Augen fragen groß: Magst du mich?
Doch ihre gesamte Erscheinung zeugt von der großen Anstrengung, die sie unternimmt, um gerade nicht sie selbst zu sein.

Kinder

Bei der Arbeit bat mich eine Fünfjährige, ich solle sie beim Abwaschen helfen lassen. Ich stellte ihr den Hocker ans Waschbecken, krempelte ihr die Ärmel hoch, zeigte ihr, wie sie die Becher am besten abwusch und wo sie sie abstellen sollte. Immer wieder betonte ich, wenn sie nicht mehr wolle, könne sie gehen.

„Ich kann das schon!“ beteuerte sie, und wenn ich mehr Becher ins Becken gab, seufzte sie zwar, wollte aber unbedingt weitermachen.

Nach getaner Arbeit sagte sie: „Ich wär gern groß, und du wärst dann klein.“

„Und was würdest du dann machen?“ fragte ich.

„Ich würde dann auch kleine Kinder für mich arbeiten lassen.“

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Mit meinem Neffen schaute ich ein Buch an, das Bilderbuch mit den Baumaschinen.

„Ich bin der grüne Kipplader und du bist der blaue“, sagte er, das fand ich nett.

„Ich bin der Bagger und du bist der Radlader.“

Nur das fand ich dann nicht mehr so charmant: „Ich bin der Betonmischer und du bist die Stadtwalze.“