Sounds der Woche (88)

Silvester. Raketen und Knallfrösche von überall, der eben noch klare Himmel bedeckt von Lichtern, Wolken und Rauch, das Knallen und Sirren und Heulen, von allen Seiten Widerhall. Überall in der Stadt feiern die Menschen, Gewusel, Gewimmel, wie im Topf, in dem das Wasser kocht, wie in der Popcornmaschine, Geblubber, Getöse, Krach und Geschrei. So hat‘ s sich vielleicht hier im Krieg angehört.

Junge. Es ist Neujahrstag. Der kleine Junge mit dem frechen Gesicht lugt durch den Türschlitz, neugierig auf den Besuch. „Kacke!“ sagt er zur Begrüßung, und „Kacke!“ auch als zweites Wort. Er rennt durch den Flur in sein Zimmer, „Kacke!“, zurück in die Küche: „Kacke! Kacke! Kacke!“
Kindermund tut Wahrheit kund, denke ich, und hoffe sehr, dass das nicht als Prognose für 2014 zu verstehen ist.

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Sounds der Woche (70)

Löwe. Beim Weg hinein in das gekachelte Haus trifft einen zuerst die Hitze, der Geruch, dann aber: ein Grunzen, ein Röhren, ein Brüllen, ja, brüllen sagt man zu dem Geräusch, das Löwen von sich geben. Die beiden großen Tiere stehen in verschiedenen Käfigen, einander zugewandt, ohne sich sehen zu können. Voller Spannung und stolz pumpen sie die Luft in ihre Lungen und trompeten sie wieder aus, dass es vielfach und dunstig von den Kachelwänden wiederhallt. Alle Besucher im Raubtierhaus reißen gleichermaßen die Augen auf

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