Geburtstag und Umzug

frintze hat Geburtstag: mein Blog wird schon vier Jahre alt.

Lange Zeit war es eher ruhig geworden hier bei frintze. Da waren Umbrüche in der Lebens- und Arbeitssituation und dass daraufhin die Zeit zum Bloggen knapp wurde. Und da waren die guten alten Fragen, die mich immer mal wieder, wenn es gut ist, innehalten lassen und dann umso schwungvoller wieder loslegen lassen – und wenn es schlecht läuft: mich ausbremsen und machen, dass ich hängen bleibe. Nämlich: Warum mache ich das hier eigentlich? Wo soll die Reise hingehen?

Da waren ein paar neue Ideen, wie die Buchtitel-Gedichte und die Nebenwege, die ich schüchtern schon mal angefangen habe, ohne mein ganzes Augenmerk auf die Weiterentwicklung zu richten. Das latente Gefühl, dass etwas anders werden soll, ohne dass ich so richtig wusste was.

Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, gestern vor unterdessen sogar schon vier Jahren, war das ein intuitiv gesteuerter Selbstläufer. Irgendwie wollte ich bloggen, irgendwie über Bücher, um meine Lektüre festzuhalten, aber auch über alltägliche Beobachtungen und Begegnungen – und eben mal sehen, wo mich die Reise hinführt. Daraus haben sich die „Sounds der Woche“ entwickelt, von denen ich schließlich gar hundert geschrieben habe, und das „Sounds – LeseKonzert“, das mit Auftritten in Weimar, Karlsruhe, Oranienburg, Berlin sogar ein bisschen rumgekommen ist. Reiseziele, mit denen ich zu Beginn ganz und gar nicht gerechnet hatte.

Trotzdem war ich zwischendurch auch immer wieder von Zweifeln angekränkelt: wie soll es weitergehen? Gehe ich in die richtige Richtung? Finde ich für das, was ich da will, im Alltag die Zeit, habe ich dafür neben allem anderen, was so anfällt, überhaupt die Kraft?

Aus diesem Grund habe ich an anderer Stelle auch mal den Versuch gestartet,  zusammen mit anderen zu bloggen – leider von mir zu hitzig und unbedacht angeleiert, die anderen Beteiligten ein bisschen mit meiner Idee überfahren – so dass aus den „Leseköniginnen“ leider nichts Rechtes werden wollte.

Ein bisschen kraftlos geworden war ich, ein bisschen stecken geblieben in Lektüre und Reflexion, in Haltung und Mitteilungsbedürfnis.

Und nun? Was wird nun mit der vernachlässigten frintze?

 

Ich finde, zum Geburtstag hat das Blog-Kind ein neues Kleid verdient und auch ein neues Zimmer. Fortan wird unter einer neuen Adresse gebloggt, nämlich unter frintze.de. Dort möchte ich mich in der nächsten Zeit wieder verstärkt den Rezensionen widmen – auch all den verschleppten, die ich in der langen Pause nicht geschrieben habe – über Lars Popp: „Haus der Halluzinationen“, über Katharina Hartwell: „Das fremde Meer“, über Wolfgang Herrndorfs „Arbeit und Struktur“, das ich gerade am Wickel habe, und verschiedene andere im Kopf gebliebene Lektüren.

Ich möchte weiter auf Nebenwegen wandeln und darüber schreiben, was ich dort so entdecke. Die Kategorie „Nachrichten vom Schreibtisch“ soll weiter ausgebaut werden. Und wer weiß, vielleicht tauchen hie und da auch wieder ein paar „Sounds“ auf?

 

So ganz und gar weiß ich noch immer nicht, wo die Reise hingehen soll. Aber anstatt mit diesem Fragezeichen im Kopf einfach nur stehen zu bleiben, möchte ich endlich weiter gehen, neugierig darauf, was mich an der nächsten Ecke erwartet. Und ich freue mich, wenn mir der eine oder die andere auch weiterhin dabei folgen möchte.

Nun also: zum Geburtstag viel Glück! Und an Euch Lesende an dieser Wegscheide vielen Dank für den schon so lange gemeinsam zurückgelegten  Weg.

 

 

 

 

 

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Peter Härtling: Schubert

Tastend, empfindsam, seinem Gegenstand nachhorchend, so schreibt Peter Härtling die Biographie des Komponisten Franz Schubert. Schubert wurde nur 31 Jahre alt, war in dieser kurzen Zeit in seiner musikalischen Arbeit aber außerordentlich produktiv. Und das, obwohl ihm kein sonderlich glückliches Leben beschieden war.

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frintze wird zwei!

Eben kam ich nach Hause und entdeckte grade erst hier bei WordPress das lustige Pokal-Symbol, das besagt: frintze hat heute Geburtstag! Seit zwei Jahren blogge ich hier, mit Höhen, Tiefen, Regelmäßigkeiten und Pausen, mal mehr und mal weniger. Auch ohne dass es mir bewusst war, habe ich einen schönen Blog-Geburtstag gefeiert – bei einem Arbeitsfrühstück mit ein paar Ko-Bloggerinnen. In unseren Gesprächen heute ging es darum, wie wir unsere Leseköniginnenseite an den Start kriegen. Und natürlich ging es ganz viel um Bücher, ums Lesen und Schreiben, um Kunst, um Selbständigkeit und Selbstorganisation – also all die Themen, die mich hier auch weiter umtreiben. Das war ein schöner Jubiläumstag. Vielen Dank an Euch Lesende für die positive Rückmeldung und den Ansporn zum Weitermachen!  Auf dass ich hier im nächsten Jahr auch wieder ein Pokalsymbol zu sehen kriege! Prost!

Follow the white rabbit – oder lieber nicht?

Am Anfang gibt es immer diesen kurzen Moment, in dem ich etwas sehe. Ja, so würde ich das beschreiben: „Ich hab da was gesehen!“ – Und das ist der Blick in eine Geschichte hinein. Ich sehe eine Szene, ich sehe eine Situation, eine Konstellation. Und da sind die Figuren, die daran beteiligt sind. Jetzt muss ich das „nur noch“ aufschreiben, „nur noch“ den Figuren folgen und sehen, wohin sie mich führen.

„Nur noch.“

Nicht umsonst in Anführungsstrichen. Das ist ein Zustand höchster Weiterlesen