Jaroslav Rudiš: Grand Hotel

Fleischman heißt der Protagonist und Erzähler in „Grand Hotel“ von Jaroslav Rudiš. Fleischman ist ein Sonderling und Mädchen für alles in dem Grand Hotel, das über der Stadt Liberec auf einem Berg thront. Das Hotel gehört seinem Cousin Jegr, der ihn zu sich genommen hat, als seine Eltern bei einem Autounfall gestorben sind. Oder war es doch anders als Fleischman es immer seiner Frau Doktor erzählt? Weiterlesen

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Miloš Urban: Mord in der Josefstadt

In Erwägung, einen Kriminalroman zum Verschlingen vorzufinden, der praktischerweise auch noch im Prag des 19. Jahrhunderts spielt, so dass ich mich in meine eigene Zeit dort umso besser zurück einfühlen könnte, habe ich in der Bibliothek zu diesem leicht zu verzehrenden Schmöker gegriffen.

Leider musste ich feststellen, dass es sich um keinen sonderlich gelungenen Roman handelt. Die Hauptfigur, Adi (von Adam), von böhmischem Adel, ist irgendwie unausgegoren – ein langweiliger, schnöselhafter Typ, der seine aufkeimende Tuberkulose mit Heroinpillen zu kurieren sucht und sich sonst vornehmlich bei den Freudenmädchen herumtreibt, für die er keinerlei zwischenmenschliches Interesse aufbringt. Eigentlich hält man ihn ziemlich schnell für ein blödes Weiterlesen

Jaroslav Rudiš: Die Stille in Prag

Das Buch „Die Stille in Prag“ des tschechischen Autors Jaroslav Rudiš hat mich von der Konstruktion her an den Film „Amores Perros“ erinnert: Die Geschichten sehr unterschiedlicher Menschen – einem Aushilfs-Straßenbahnfahrer, einer Kulturwissenschaftlerin, einer jugendlichen Punkmusikerin, einem amerikanischen Anwalt, eines älteren, Weiterlesen