Sounds der Woche (6)

Die Klingel beim Arzt. Diese Woche war ich beim Arzt. Morgens um 9 drückte ich auf die Praxisklingel, aber statt eines wohltönenden „Ding-Dong“, wie man das kennt, in einer schön austarierten kleinen Terz, erklang etwas seltsam schräges – der erste Ton schon viel zu hoch und etwas heiser, der zweite Ton dafür umso tiefer  und leicht scheppernd- was für ein Intervall sollte das denn sein, Quarte, Tritonus, gar eine Sexte? Gerne hätte ich noch öfter auf die Klingel gedrückt, mit einer Mischung aus Genuss und Grausen, um es noch mal zu hören, dieses keuchende, falsche „Ding-Dong“ – aber das gehört sich ja leider nicht.

Das ägyptische Kamel. Mein Vater hat meiner Nichte aus Ägypten ein Stoffkamel mitgebracht. Wenn man ihm auf den Bauch drückt, erklingt zwei Mal hintereinander ein scheppernder orientalischer Gesang. Meine Nichte war sehr glücklich über das Kamel und sagte, das sei ihr liebstes Weihnachtsgeschenk –  „Weil es so schön singt“. Unnötig zu erwähnen, dass wir diesen Gesang noch weitaus öfter zu hören bekamen als uns lieb war. Obwohl auch ich sehr darunter litt, habe ich das Stofftier auch mal aufgenommen – man weiß ja nie, wann man sowas mal gebrauchen kann. Und als ich dieser Tage wieder mein Aufnahmegerät zur Hand nahm, gab es da die Session namens „kamel“. Das Stichwort allein reichte, und schon ertappte ich mich dabei, wie ich Kamelgesang pfeifend die U-Bahntreppen hinauflief.

 

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