Los machen los machen

Vor Jahren stieß ich mal auf das Gedicht von Oskar Pastior „Fräulein Falf aber meinte man solle/ einfach drauf los…“

Ich hatte das Gedicht abgeschrieben und an meine Schwester geschickt, die ähnlich wie ich zuweilen bei der Realisierung von künstlerischen Projekten zögert und über viel zu viele Vermeidungsstrategien verfügt, und das ja dummerweise nicht nur bei so unangenehmen Dingen wie Steuerklärung oder Zahnarzt, sondern besonders bei Dingen, die ihr selbst am Herzen liegen. Das ist eines dieser Rätsel, über die wir uns schon seit Jahren austauschen, immer wieder auf der Suche danach, was diesem seltsamen Selbstboykott eigentlich zugrundeliegt.

Ich hatte das Gedicht schon fast vergessen, als ich gestern mit meiner Schwester telefonierte, die mir lang und breit die Leviten las, ich solle doch endlich mal loslegen mit meinen vielen Plänen. Und da gab sie es mir wieder zurück, das Gedicht, so übers Telefon – los machen los machen los machen.

Jetzt hängt es wieder bei mir überm Schreibtisch – dankeschön, Schwester, dankeschön, Fräulein Falf.

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